So funktioniert Koriva: Anleitung zur Ersteinrichtung der Familiensicherheits-App
Koriva nutzt nur der Familienverwalter; Kinder und ältere Angehörige erteilen die Berechtigungen einmal und müssen die App danach nie öffnen. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt die Einrichtung – von der Ersteinrichtung über sichere Zonen und Bildschirmzeit-Regeln bis zur täglichen Zusammenfassung.
Koriva ist eine Familiensicherheits-App für Familien mit Kindern und älteren Angehörigen. Standortteilen, sichere Zonen, Betrugsschutz, Bildschirmzeit-Regeln, ein Notfallknopf und eine tägliche Zusammenfassung sind in einer App vereint.
Das wichtigste Gestaltungsprinzip von Koriva: Nur der Familienverwalter nutzt die App. Kinder und ältere Angehörige erteilen die Berechtigungen einmal bei der Einrichtung; danach läuft Koriva im Hintergrund, und sie müssen die App nicht öffnen. In dieser Anleitung erklären wir Schritt für Schritt die Einrichtung und worauf du in den ersten Tagen achten solltest.
Die Rollen in Koriva
Eine Koriva-Familie hat drei Arten von Mitgliedern:
- Familienverwalter: Gründet die Familie, lädt Mitglieder ein und verwaltet sichere Zonen und Kinderregeln. Eine Familie kann mehrere Verwalter haben (etwa beide Eltern).
- Kind: Standort und App-Nutzung sind für den Familienverwalter sichtbar; das Kind sieht das auf seinem Handy, kann es aber nicht abschalten. Bildschirmzeit-Regeln werden auf seinem Handy durchgesetzt.
- Erwachsener oder älterer Angehöriger: Entscheidet selbst, was geteilt wird. Er schaltet das Standortteilen selbst ein und kann es jederzeit beenden; der Verwalter kann es nicht für ihn einschalten. Ältere Angehörige bekommen einen schlichten Bildschirm und ein „Mir geht’s gut“ per Fingertipp.
In der ersten Version kann eine Familie bis zu 8 Mitglieder haben.
Schritt 1: Koriva auf dem eigenen Handy installieren und ein Konto anlegen
Der Familienverwalter installiert Koriva auf seinem Handy, legt mit seiner E-Mail-Adresse ein Konto an und bestätigt die Adresse. Ohne bestätigte E-Mail-Adresse lassen sich Familiendaten weder ansehen noch ändern; so wird sichergestellt, dass das Konto wirklich dir gehört.
Danach gründest du deine Familie. Den Namen kannst du frei wählen.
Schritt 2: Die Familie einladen
Es gibt mehrere Wege, Familienmitglieder einzuladen:
- QR-Code: Seid ihr im selben Raum, öffnet die eingeladene Person Koriva auf ihrem Handy und scannt den QR-Code auf deinem Bildschirm.
- Einladungslink: Du schickst den Link per Nachricht. Tippt die Person darauf, öffnet sich Koriva, und der Einladungscode wird automatisch eingetragen. Ist Koriva nicht installiert, zeigt der Link zuerst die Installationsschritte.
- Einladungscode: Öffnet sich der Link nicht, kann der Code auch von Hand eingegeben werden.
Einladungscodes sind nur einmal nutzbar und 15 Minuten gültig. Teile den Code zu deiner Sicherheit nur mit der Person, die du einlädst.
Schritt 3: Das Handy des Kindes einrichten
Wir empfehlen, das Handy gemeinsam mit deinem Kind einzurichten, damit ihr besprechen könnt, welche Berechtigung wofür ist. Für dieses Gespräch hilft unser Ratgeber erstes Handy für Kinder.
Koriva wird auf dem Handy des Kindes installiert und tritt der Familie als Kind bei. Danach zeigt die Einrichtungs-Checkliste die nötigen Berechtigungen nacheinander:
- Standort („Immer erlauben“): Für Standortteilen und Hinweise zu sicheren Zonen. „Immer“ ist nötig, damit es auch bei geschlossener App funktioniert.
- Mitteilungen: Für Fernsperre und Antworten auf Anfragen nach mehr Zeit.
- Bildschirmzeit-Berechtigungen: Damit Regeln auf dem Handy greifen. Auf dem iPhone läuft das über Apples Bildschirmzeit-Berechtigung und die Familienfreigabe; auf Android sind Nutzungszugriff und eine Bedienungshilfe nötig.
- Anrufschutz: Auf Android muss Koriva als „App für Anrufer-ID und Spam“ gewählt werden; auf dem iPhone muss Koriva in den Telefon-Einstellungen unter „Anrufe blockieren & identifizieren“ aktiviert werden.
- Webfilter: Um bekannte Phishing-Seiten (und auf Wunsch der Familie Seiten für Erwachsene und Glücksspiel) zu blockieren.
Fehlt eine Berechtigung, zeigt Koriva das deutlich an; vor Abschluss der Einrichtung meldet es nicht „Du bist geschützt“.
Schritt 4: Das Handy eines älteren Angehörigen einrichten
Erkläre deinem älteren Angehörigen zuerst, wofür Koriva da ist, und entscheidet gemeinsam. Dein Angehöriger:
- Entscheidet selbst, ob er das Standortteilen einschaltet.
- Kann per Fingertipp „Mir geht’s gut“ senden. Bleibt jemand, der es schon mindestens einmal gesendet hat, 24 Stunden still, wird die Familie informiert.
- Kann mit dem Notfallknopf sofort alle in der Familie alarmieren.
- Sieht auf einem schlichten Bildschirm, was bei einem verdächtigen Anruf oder einer verdächtigen Nachricht zu tun ist. Auf Android prüft die Option „Meine Nachrichten schützen“ Links in WhatsApp, Telegram, Instagram und Messenger direkt auf dem Handy; was mit der Familie geteilt wird, entscheidet nur er selbst.
Tipps für dieses Gespräch findest du in unserem Artikel zur Sicherheit älterer Eltern.
Schritt 5: Sichere Zonen anlegen
Markiere Orte wie Zuhause, Schule, Verein oder Omas Wohnung auf der Karte und lege jeweils einen Radius fest. Betritt oder verlässt ein Familienmitglied mit aktivem Standortteilen diese Zonen, wird die Familie benachrichtigt.
Ein paar Tipps:
- Für den Anfang reichen 2–4 Zonen; zu viele erzeugen unnötige Benachrichtigungen.
- Wähle den Radius nicht zu klein; in Gebäuden kann der Standort einige Hundert Meter abweichen.
- Ein Zonen-Hinweis entsteht, wenn der neue Standort der Person beim Server ankommt. Ist das Handy aus oder kann keinen Standort senden, kommt auch kein Hinweis.
Schritt 6: Regeln für das Kind festlegen
Die Regeln für das Handy deines Kindes legst du auf deinem eigenen Handy fest:
- Tageslimit: Ein tägliches Gesamtlimit für die Bildschirmzeit.
- Schul- und Schlafenszeiten: In diesen Zeiten bleiben Unterhaltungs-Apps gesperrt.
- Anfragen nach mehr Zeit: Ist die Zeit um, bittet dein Kind auf dem Sperrbildschirm um mehr; du gewährst über die Benachrichtigung +15, +30 oder +60 Minuten oder lehnst ab. Zusätzliche Zeit endet um Mitternacht. Auf dem iPhone kann die Anfrage verzögert ankommen.
- Fernsperre: Du kannst das Handy für 30 Minuten, eine Stunde, bis zum Morgen oder bis zur Entsperrung durch dich sperren. Anrufe und Notrufe bleiben möglich.
- Freigabe neuer Apps (Android): Wird eine neue App installiert, erfährst du es; sie bleibt gesperrt, bis du sie freigibst.
- App-Nutzung (Android): Du siehst für jede App, wie viel Zeit darin verbracht wurde.
Wie ihr Regeln gemeinsam festlegt, erklärt unser Artikel Bildschirmzeit bei Kindern.
Schritt 7: Tägliche Zusammenfassung und Benachrichtigungen einrichten
Jeden Abend um 21 Uhr, in der Zeitzone deiner Familie, kommt eine tägliche Zusammenfassung, die die Sicherheitsereignisse des Tages in wenigen Sätzen zusammenfasst: Ankommen und Verlassen von Zonen, blockierte Anrufe, Hilferufe und Ähnliches. Sie wird nach festen Regeln erstellt; es wird keine KI genutzt, und deine Informationen gehen an kein Sprachmodell.
Benachrichtigungen können wegen Akku-, Mitteilungs- oder „Nicht stören“-Einstellungen manchmal verspätet oder gar nicht angezeigt werden. Deshalb sind wichtige Ereignisse auch immer auf dem Bildschirm Ereignisse in der App zu sehen.
Unterschiede zwischen Android und iPhone
Koriva funktioniert auf beiden Plattformen, aber Apple gewährt Drittanbieter-Apps auf dem iPhone weniger Zugriff. Die wichtigsten Unterschiede:
| Funktion | Android | iPhone |
|---|---|---|
| Standortteilen und sichere Zonen | Ja | Ja |
| Notfallhilfe, „Mir geht’s gut“ | Ja | Ja |
| Blockieren von Betrugsnummern | Ja, blockierte Anrufe werden der Familie gemeldet | Ja, aber ohne Meldung an die Familie |
| Hinweise auf verdächtige Links in Nachrichten | Ja | Nein |
| Webfilter | Ja | Ja |
| Tageslimit, Schul- und Schlafenszeiten | Ja | Ja |
| Nutzungszeit pro App | Ja | Nein |
| Freigabe neuer Apps | Ja | Nein |
| Fernsperre | Ja | Ja |
Diese Unterschiede sind keine Entscheidung von Koriva, sondern Grenzen des iPhones. Auf der Hilfeseite in der App beschreiben wir klar, wie jede Funktion auf welchem Handy arbeitet.
Was kostenlos ist
Notfallhilfe, Standortteilen, sichere Zonen, Gerätestatus und Linkprüfung sind immer kostenlos. Ob andere Funktionen ein Abo erfordern und wie der Status deines Abos ist, zeigt der Bildschirm „Koriva-Plan“ in der App.
Checkliste für die erste Woche
- Ist die Einrichtungs-Checkliste auf allen Familienhandys abgeschlossen, oder fehlen Berechtigungen?
- Kommen die Hinweise zu sicheren Zonen wie erwartet an?
- Sind die Bildschirmzeit-Regeln deines Kindes realistisch, und kommen Anfragen nach mehr Zeit an?
- Kann dein älterer Angehöriger „Mir geht’s gut“ bequem senden?
- Musst du unnötige Benachrichtigungen abschalten oder Zonen anpassen?
Fazit
Die Einrichtung von Koriva dauert wenige Minuten; sein eigentlicher Wert liegt darin, danach still im Hintergrund zu arbeiten und für Sicherheit zu sorgen, ohne den Familienalltag zu stören. Die Einrichtung gemeinsam mit den Familienmitgliedern vorzunehmen, darüber zu sprechen, welche Daten warum geteilt werden, und die Regeln mit der Zeit gemeinsam anzupassen, ist der beste Weg, Koriva optimal zu nutzen.
Wenn du wissen möchtest, welche Daten Koriva erhebt und welche nicht, lies unseren Artikel Datenschutz zuerst: Welche Daten Koriva nicht sammelt.
Häufige Fragen
Müssen Kinder oder ältere Angehörige Koriva bedienen?
Nein. Sie erteilen die Berechtigungen einmal bei der Einrichtung; danach läuft Koriva im Hintergrund. Nur der Familienverwalter nutzt die App. Ältere Angehörige können auf Wunsch das „Mir geht’s gut“ per Fingertipp oder den Notfallknopf verwenden.
Wie viele Personen können zu Koriva hinzugefügt werden?
In der ersten Version kann eine Familie bis zu 8 Mitglieder haben. Eine Familie kann mehrere Familienverwalter haben.
Wie lange ist ein Einladungscode gültig?
Einladungscodes sind nur einmal nutzbar und 15 Minuten gültig. Ist die Zeit abgelaufen, kann der Familienverwalter eine neue Einladung erstellen. Angenommen wird sie per QR-Code, Link oder Eingabe des Codes von Hand.
Ruft Koriva den Rettungsdienst?
Nein. Der Notfallknopf benachrichtigt sofort alle in der Familie, ruft aber keine Rettungsdienste. Wähle im echten Notfall zuerst die Notrufnummer des Landes, in dem du bist; in der EU ist das die 112.
Funktioniert jede Funktion auf dem iPhone?
Die meisten ja. Weil Apple Apps nicht erlaubt, die Nachrichten anderer Apps zu lesen oder Nutzungszeiten pro App weiterzugeben, gibt es Link-Hinweise in Nachrichten, Nutzungszeiten pro App und die Freigabe neuer Apps nur auf Android. Auf dem iPhone werden blockierte Anrufe außerdem nicht der Familie gemeldet.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische, rechtliche oder sonstige fachliche Beratung. Im Notfall sofort die 112 anrufen.